Die Faszination der Chiropraktik begann für mich damit, dass sie mich mit einfachen Mitteln schnell schmerzfrei gemacht hat. Nach kurzer Zeit in chiropraktischer Behandlung ist mir dann nach und nach aufgefallen, dass es mir auch generell besser ging. Ich hatte mehr Energie, konnte mich besser konzentrieren, besser schlafen, und mein Sodbrennen war plötzlich verschwunden. Mir war schnell klar, dass es da einen Zusammenhang geben muß.

Ganzheitlich mit der Hand behandeln

Was also ist Chiropraktik? Laut Definition ist es eine ganzheitliche Heilmethode, die ohne Medikamente, Operationen oder sonstige invasive Methoden arbeitet. Eine Behandlungsmethode, die einen spezifischen Impuls (eine Justierung = Feineinstellung) an einem Gelenk gibt, welcher die Funktion verbessert und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Das Wort „Chiropraktik“ kommt aus dem altgriechischen und bedeutet „mit der Hand behandeln“. Manuelle Wirbelsäulenkorrekturen haben eine lange Tradition, sie wurden bereits zu Hippokrates Zeiten durchgeführt.

Clipboard with drawing of spine surraounded by drawings of the bones of a skull, hand, and foot; Photo by Joyce McCown on Unsplash

Geschichte der Chiropraktik

Die Geburt der modernen Chiropraktik wird auf 1895 in Davenport, Iowa, datiert. D.D. Palmer, ein an alternativen Heilmethoden interessierter Autodidakt, beschäftigte sich mit den Auswirkungen von Problemen in der Wirbelsäule auf den Rest des Körpers. Durch Korrektur von Fehlfunktionen in der Wirbelsäule mittels eines gezielten Impulses konnte er seinen Patienten zur Verbesserung von diversen Symptomen verhelfen, die er auf verbesserte Nervenfunktion zurückführte. Palmer gründete 1897 das Palmer College of Chiropractic in Davenport, sowie später weitere Chiropractic Colleges an der Westküste der USA. Heute ist die Chiropraktik ein vor allem in Nordamerika, aber auch immer mehr in Europa, verbreiteter Heilberuf mit ca. 90.000 Chiropraktoren, die in über 70 Ländern praktizieren.

Wie funktioniert Chiropraktik?

Wissenschaftlich gesehen steuert und kontrolliert das Nervensystem alle Funktionen des Körpers. Neben der Muskelfunktion sind das z.B. auch alle „automatischen“ Vorgänge wie Herzschlag oder Verdauung, also Ogranfunktionen, sowie alle sensorischen Eindrücke, die von außen kommen, wie sehen, riechen, hören oder fühlen. Fast alle Verbindungen vom Gehirn (unserer „Schaltzentrale“) zum Rest des Körpers (Organe, Muskeln, Sinnesorgane) laufen in Form des Rückenmarks durch die Wirbelsäule. Dort treten die Nerven zwischen den einzelnen Wirbeln (die Wirbelsäule besteht aus 24) aus und verteilen sich im gesamten Körper.

Modell von 3 Lendenwirbeln mit Bandscheiben und austretenden Nerven
Modell der Lendenwirbelsäule; austretende Nerven in gelb

Für eine optimale Funktion des Nervensystems ist deswegen eine gut funktionierende Wirbelsäule unerlässlich. Ist ein Wirbelgelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, wirkt sich das früher oder später auf den durchlaufenden Nervenstrang und die von ihm gesteuerten Strukturen (z.B. Muskeln oder Organe) aus. Hier setzt nun die Arbeit deiner Chiropraktorin an. 🙂

Eingehende Problemanalyse als Grundlage

Chiropraktoren diagnostizieren und behandeln mechanische Probleme des Bewegungsapparates (Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder) sowie die Auswirkungen, die diese Probleme auf die Funktion des Nervensystems haben können. Die problematischen Gelenke werden durch eine ausführliche Anamnese sowie mittels Palpaltion (ertasten der Gelenkbeweglichkeit in Ruhe und/oder in Bewegung), Haltungsanalyse, neurologische und orthopädische Funktionstest, bildgebenden Verfahren wie Röntgen- oder MRT Bildern, und ggf. anderen diagnostischen Methoden ermittelt. Die Behandlung ist ein manueller oder mechanischer Impuls, eine sog. Justierung, an den betroffenen Gelenken (meist ist mehr als nur ein Gelenk betroffen).

Chiropraktik im Bild: Rückenansicht einer Patientin in Seitenlage bei Justierung des ISG
Manuelle Justierung des Iliosakralgelenks in Seitenlage

Für mich ist die Chiropraktik eine sehr effiziente und spezifische Methode, mit der man mit kleinen Impulsen sehr viel erreichen kann. Ich kombiniere sie gerne mit muskulären Techniken wie Triggerpunktbehandlung vor der Justierung und Elementen aus der CranioSakralen Therapie am Ende der Behandlung. Jeder Chiropraktor arbeitet etwas anders. Meine Herangehensweise hat sich aus meinem Studium, meinen Weiterbildungen, den Erfahrungen was für meine Patienten funktioniert, und nicht zuletzt auch was für mich funktioniert, entwickelt. Mehr über meinen Weg zur Chiropraktorin findest Du hier.

Wie finde ich einen guten Chiropraktor?

In Deutschland ist die Ausbildung leider nicht geregelt, und es gibt keine geschützte Berufsbezeichnung. Aber das ist ein Thema für einen eigenen Blogartikel… Qualifizierte Chiropraktor:innen findest Du bei der Deutschen Chiropraktoren Gesellschaft (DCG). Dort findest Du auch Infos zu Qualifikation und Ausbildung.